Haben Sie auch schon einmal gelesen, dass Sie wichtige Dinge drei Mal wiederholen sollen? Und dann? Haben Sie es gemacht? Viele machen es nicht, weil Sie denken „Das habe ich doch schon gesagt. Die denken doch ich bin blöd, wenn ich das jetzt noch Mal sage!“ Wirken Wiederholungen ‚blöd‘ oder sind sie tatsächlich ein hilfreicher Verstärker?
Es gibt tatsächlich zahlreiche Belege, dass Wiederholungen dazu beitragen, das Gesagte besser zu merken — oder wie haben Sie beispielsweise Vokabeln gelernt? Ein historischer Beleg ist der Feldherr Cato, der vor dem Römischen Senat so lange jede seiner Reden mit dem Satz „Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss“ abschloss, bis dies tatsächlich geschah. Nun gibt es eine Studie, die dies wissenschaftlich untersucht hat: Journal of Personality and Social Psychology, Bd. 92/2007
Die Menschen glauben durch die Wiederholung irgendwann, dass das Gehörte wahr sein muss. Sie glauben, dass sie es an verschiedenen Stellen gehört und gelesen haben — sogar dann, wenn es immer nur eine Person ihnen gesagt hatte.
Warum wirken Wiederholungen? Hier gibt es Vermutungen, dass durch die Häufigkeit auf Dauer Vertrauen entsteht. Das Gehörte oder Gelesene wirkt bekannt und vertraut.
Sollten Sie also eine wichtige Aussage im Gespräch, bei einem Vortrag oder bei einer Präsentation einfach drei Mal wiederholen — auch wenn Sie selbst das oben genannte Gefühl dabei habe und sich ‚blöd‘ vorkommen? Oder gibt es eine andere Lösung? Zum einen können Sie es tatsächlich nach einiger Zeit wieder wörtlich wiederholen, wenn es ein einprägsamer Satz. So wird es zum Merksatz, ja sogar zum Zitat oder Gesetz.
Eine weitere Methode ist es, es in unterschiedliche Wahrnehmungsformen zu verpacken. Es gibt Menschen, die eher Gefühlsorientiert, visuell oder auditiv orientiert sind. Das bedeutet, dass dies ihr jeweilig ausgeprägtester Sinn ist. Und dies schlägt sich in der Sprache nieder. Ein einfaches Beispiel, wenn Sie betonen möchten, dass das Projekt, von dem Sie sprechen realisiert werden sollte, da Sie selbst daran glauben. Dies können Sie folgendermassen formulieren:
- Dieses Projekt fühlt sich sehr gut an, wir sollten dran gehen (kinästhetisch = Gefühlsorientiert)
- Dieses Projekt sieht gut an und ich sehe es als eine schöne Sache an (visuell)
- Dieses Projekt hört sich in meinen Ohren sehr gut an und ich stimme für die erfolgsversprechende Umsetzung (auditiv)
Durch eine derartige Formulierung erreichen Sie zum einen eine Wiederholung und damit Verstärkung, zum anderen erreichen sie in Ihrer Zuhörerschaft alle drei Typen von Menschen in ihrer jeweiligen Präferenz besonders gut.
Zur Abbildung: Hören Sie etwas einmalig, so werden Sie es umso eher vergessen, je mehr Zeit vergeht. folgt eine 1. Wiederholung (blau) wird die Vergessenskurve unterbrochen und Sie die können sich die Informationen eher merken. bei weiteren Wiederholungen (grün) steigt die Behaltensrate weiter an.
So können Sie die Kraft der Wiederholung einsetzen und dadurch Vertrauen in Ihre Botschaft erzeugen.
Die Menschen glauben durch die Wiederholung irgendwann, dass das Gehörte wahr sein muss. Sie glauben, dass sie es an verschiedenen Stellen gehört und gelesen haben — sogar dann, wenn es immer nur eine Person ihnen gesagt hatte.
Kommentiert von: poker bonus | 31. Januar 11 um 23:20 Uhr
iederholung (blau) wird die Vergessenskurve unterbrochen und Sie die können sich die Informationen eher merken.
Kommentiert von: pokern | 22. November 10 um 07:23 Uhr
In Präsentationen werden Zuhörer lieber mit Informationen überflutet, die sie sich eh nicht merken können. Mut zur Lücke und die Betonung weniger relevanter Argumente sind wirkungsvoller.
Guter Tipp, nicht nur einfach zu wiederholen, sondern dabei auch noch die verschiedenen Wahrnehmungsformen anzusprechen.
Ich habe dazu noch ergänzend über die verschiedenen Redestile geschrieben
http://praesentation.blog.de/2007/07/27/besser_wirken_keine_magie_sondern_knowho~2709705
Kommentiert von: Beate Strauß | 27. Juli 07 um 11:30 Uhr